Ich werde ab morgen das Land verlassen, nein, nicht aus Feigheit, sondern, weil ich mich in meinen hoffentlich wohlverdienten Urlaub aufmachen werde und wieder einmal, dieses Mal mit meiner lieben Freundin Medusa, in der französischen Metropole weilen werde, um ein bisschen savoir vivre zu genießen und französische Freunde zu treffen. Also heißt es heute noch Koffer packen, Wäsche zu waschen und zu bügeln, den Wetterbericht jenseits des Rheins zu checken, meine Werstoffe zu entsorgen, die Grundkurs-Klausur fertig zu korrigieren (oh, die armen Schüler!, habe bereits einmal 15 vergeben können!),
meinen wundervollen Garten zu pflegen, auf dass er eine Woche ohne mich auskommt, undundund…
Vive la France!
Kleine Anmerkung in eigener Sache:
Ich weiß nicht, ob die F.OCUS-Harald-Schmidt-Kolumne “Bildungsnotstand” online verfügbar ist, aber selbige ist wirklich lesenswert, auch wenn sie etwas mainstreamig von Abiturientenquoten von mehr als 100% spricht….
und künftig werde ich von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung wieder Gebrauch machen, indem ich von heiklen bildungspolitischen Themen Abstand nehme (übrigens muss ich auch noch anmerken, dass meine Schüler jetzt schon weinen, weil ich im neuen Schuljahr ja hoffentlich eine neue Wirkungsstätte haben werde…und zwar nicht aus Freude, Furcht und Mitleid)…. wollte eigentlich heute über Werstoffentsorgung bloggen, aber ich fand das dann doch etwas zu heikel :-)

…Frohe Pfingsten allen geneigten und (nicht geneigten) Lesern!
Möge der Heilige Geist auf mich herabkommen und mich erleuchten!
Das Brausen des Windes führt im Moment bei mir leider zu ziemlichen Heuschnupfenattacken, so dass ich mich jetzt trotz des gigantischen Wetters mit einem Buch auf die Couch verziehen werde, nicht allerdings, ohne vorher ordentlich nasengeduscht zu haben!!!
Denn heute abend möchte ich für meine Grillier-Soirée mit meinen besten Freunden einigermaßen fit sein, ferner werden wir meine neue mediterrane Sitzrguppe gebührend einweihen…Knuschel, vergiss deine Klampfe nicht!

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Mein Gott, was waren mein Freund und ich dieses Wochenende vielleicht spießig, aber es war ein sehr entspannendes und schönes Wochenende!
Es fing damit an, dass ich am Freitag für ein schönes, mediterranes Abendessen einkaufte und von den Strahlen der Frühlingssonne animiert, kurzentschlossen auch noch Geranien für meinen Garten kaufte (ein super Schnäppchen übrigens). Wir machten uns einen faulen Abend und wurden am Samstag gegen 6 Uhr unsanft durch ein sehr schwer identifizierbares rollendes Geräusch geweckt…ein prüfender Bilck aus dem Küchenfenster bestätigte das, was ich bereits vermutet hatte, die neuen Papiertonnen, von denen ich keine erhalten hatte, wurden zum ersten Mal geleert. Ich wohne zwar in einer Gasse, einer Einbahnstraße obendrein, aber so schmal ist die Gasse nun auch wieder nicht, als dass man nicht wie die Kollegen vom Biomüll und der Restmüllabfuhr einfach durchfahren könnte, nein, es macht viel mehr Spaß, am Samstag zu fast noch nachtschlafender Zeit, die Tonnen einzeln in die Hauptstraße, wo das Müllauto geparkt war, zu rollen und wieder zurück. ggrrrrrr!!!!
Irgendwie schliefen wir dann aber wieder ein und wurden erst wieder gegen 9 Uhr, dieses Mal von warmen Sonnenstrahlen, geweckt- schon besser. Als mein Freund dann mein Haus verließ, wurde er nolens volens zum Gesprächsthema, denn den auf der Straße zum samstäglichen Plausch versammelten Ratschkathln der straßeneigenen Rentnergang (ich senke den Altersdurchschnitt enorm, ich weiß) verschlug es doch glatt die Sprache, als ein derart gut aussehender Mann mein Haus verließ, damit hatten sie wohl nicht mehr gerechnet, da ich ja bislang nie in dem beschaulichen Städtchen mit einem Kerl aufgetaucht war (der anschließende Gang zum Markt mit Ankauf von leckerem Spargel glich ebenso einem Spießrutenlauf, da ich meine klatschsüchtige, ebenso sehnlich auf eine Hochzeit wartende, liebreizende Großtante ausfindig gemacht hatte, und der wollten ML und ich keinesfalls in die Arme laufen, da dann diese wohl noch am selben Tag das Aufgebot bestellt und sich einen ascotartigen Hut erworben hätte…und die gute hat leider nur sehr wenig Geschmack, sie ähnelt durchaus einer der Jacobs Sisters, nur ohne Pudel)…aber mein lieber Freund wartete standhaft, bis ich die Gute abgelenkt hatte und wir ihr einen passablen Vorsprung eingeräumt hatten, der es uns ermöglichte, in Ruhe unsere Einkäufe zu tätigen. Am Nachmittag stand dann gemeinsame Gartenarbeit auf dem Programm, wobei mein Liebster in Arbeitskleidung (sexy!) es sich nicht nehmen ließ, meinen Rasen zu mähen und mich beim Einpflanzen meiner Geranien zu unterstützen- ach, war das entspannend und so richtig schön, so hatte ich mir es immer vorgestellt. Mit vereinten Kräften schafften wir es dann auch noch, meine Gartenlaube sommerfrisch zu machen, sodass wir heute auch schon den Sonntagsnachmittagskaffee dort einnehmen konnten, natürlich nach einem langen Sonntagsspaziergang, in dem ich ihm einige schöne Ecken meiner Heimatstadt zeigen konnte. Ein fast passables Wochenende, wäre nicht die von unserem indischen Aushilfsgeistlichen zelebrierte Maiandacht gewesen (ML wollte eigentlich nur die Kirche besichtigen), die in rekordverdächtigen 25 Minuten heruntergespult wurde (aber ML hat ebenso wie ich das Tantum ergo auf Latein gesungen, was zu großer Verwirrung in unserem Umfeld führte)….ich war bislang zwei Mal mit ML in der Kirche, und es waren jedenfalls immer schlechte Organisten und indische Priester, mir ist das langsam peinlich und auch ML muss sich etwas dabei gedacht haben, als er mich fragte, ob es in dieser Stadt eigentlich auch deutsche Pfarrer gebe…naja, leider ist das Wochenende jetzt wieder vorbei und ich bin missmutig an meinen Schreibtisch zurückgekehrt, wo ich zu Zwecken der Sublimation meines Trennungsschmerzes von ML ein gigantisches didaktisches Arbeitsblatt entwickelte.
Zitat meines Freundes zu meiner Wohngegend: “Wäre ein schönes Viertel, wären da nicht diese Grattler, diese provinziellen, mit den Gartenzwergen…”- tja, damit müssen sie wohl künftig leben, dass dieser Mann häufiger in diesem Viertel aufkreuzen wird und beim Bäcker Semmeln holen wird!
Guten Wochenstart allen Grattlern und Spießern dieser Welt!
Spießer-Donna

Ach, so ein Feiertag ist doch etwas herrliches, auch wenn das faule Lehrerpack morgen mal wieder als einzige arbeiten gehen werden (aber ganz ehrlich die drei Stunden morgen sitze ich auf einer Backe ab, auch wenn ich 55 Lateinexen mit ins Wochenende nehmen werde)…es war einfach super entspannend gestern abend, einfach mal wieder ein Buch in die Hand nehmen zu können und ohne Stress darin zu schmökern und heute bis in die Puppen zu schlafen (ich hatte nämlich keinen gimbrigen Freund neben mir, der ab sechs Uhr morgens bereits sehr aktiv ist und eine arme, geplagte Lehrerin nicht einmal am Sonntag ausschlafen lässt :-)…
Zu Mittag war ich bei der Mutter meines Freundes zu einem echt bayerischen Mittagessen, bestehend aus Grießnockerlsuppe, einem zünftigen Schweinsbraten mit Knödel und Blaukraut sowie einem extrem leckeren Rhabarber-Kompott, eingeladen. Nicht nur wegen seiner unglaublich netten und normalen Mutter wurde mir wieder einmal bewusst, welches Goldstück von Mann ich da eigentlich noch wider Erwarten abbekommen habe: ML, ich mag dich schon sehr!!! Das musste auch hier einmal gesagt werden, auch wenn ML ja dieses Blog angeblich nicht liest,tsss…mein Lieber, dir müssen bei dieser Lobhudelei doch die Ohren klingen.
Nach einem Spaziergang durch seinen Heimatort (warum müssen sich eigentlich zwei Menschen mit ähnlicher Sozialisation, die seit 32 Jahren nur 23 km voneinander entfernt wohnen, über eine elitäre Partnervermittlung kennen lernen????) und nochmals lecker Kaffee und Kuchen (Käsekuchen und Rhabarberkuchen) kehrte ich dann äußerst widerwillig an meinen Schreibtisch zurück, wo ich meine Stunden und die Exen für morgen bastelte, ehe es dann als patriotische Katholikin in die erste Maiandacht mit eucharistischem Segen ging. Zur musikalischen Gestaltung war der Kammerchor eines musischen Gymnasiums aus der Nachbarstadt geladen, mein Gott, dass es solche Schüler auch noch geben kann, brave Mädchen, mit vernünftiger Kleidung und nette Jungs in schwarzen Anzügen, die obendrein alle noch unglaublich gut Mariengesänge von Brahms und Rheinberger zum Besten gaben. Kein Vergleich zu den Grattlern an meiner Schule, die sich permanent die Kante geben und Brahms wahrscheinlich für ein neues Casting-Show-Format halten. Gut, dass es noch junge Menschen gibt, die sich mehr zur hehren Kunst und Literatur hingezogen fühlen als zu billigen Alkohol in rauen Mengen und grenzdebilen Parties….
ich weiß, ich sollte nicht so despektiertlich über meine Schüler sprechen, aber im Moment nervt mich die ostentative Niveaulosigkeit und der mangelnde Respekt den Lehrkörpern gegenüber schon sehr…ich muss da weg (und bin es hoffentlich auch bald)..
aber ich will mir meinen 1.Mai nicht mit bildungspessimistischen Gedanken vermiesen, sondern noch ein bisschen mit meinem Schatz telefonieren und unser Spießer-Wochenende in der Provinz planen…
Amantes amentes- Donna

Heute war wieder einmal ein Montag der Kategorie “zum in die Tonne Treten”. Es fing schon damit an, dass auf meinem Schulweg nur irgendwelche Grattler unterwegs waren, die ihren Führerschein wohl noch zu Kaiser Wilhelms Zeiten gemacht hatten, und die Bundesstraße massiv bevölkerten und durch ihre Spitzengeschwindigkeit von 50km außerhalb geschlossener Ortschaften für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgten. Ich wäre fast zu spät in die Schule gekommen, ok, und ich bin auch 5 min später als üblich aufgebrochen, da ich ja noch Nasenduschen musste, da meine Nebenhöhlen schon wieder in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Doch es sollte noch besser kommen, denn bereits in der ersten Stunde musste ich leider bei meiner Hausaufgabenrazzia feststellen, dass von 16 Schülern nur acht die (richtige)Hausaufgabe angefertigt hatten und sich der Rest beschwerte, dass ich ja mal wieder unmenschlich viel aufgegeben hätte (hallo, 3 Sätze schriftlich über das Wochenende, ist das viel?). Fette Ausbeute, und zwei Schüler haben mit mir demnächst ein Date am Nachmittag, wobei der eine sein komplettes Lateinheft nachschreiben muss, da das, was er selbst dafür hält, eher einem Butterbrotpapier ähnelt als einem seriösen Medium zur Niederschrift von selbst angefertigten (den zweiten Schüler habe ich nämlich beim Abschreiben der Hausaufgabe in flagranti erwischt)Lateinhausaufgaben. Genauso gut drauf war meine Klassleiterklasse, ein Haufen liebenswürdiger Chaoten, von denen allerdings 75% nichts auf einem Gymnasium verloren haben. Auch die restlichen Stunden verliefen nach dem bereits bekannten Montags-Verhaltens-Muster, wobei ich die das gewöhnliche Maß übersteigende geistige Umnachtung meiner Schüler auf eine erhöhte Verweildauer in der Sonne ohne Kopfbedeckung zurückführe (wenn man schon wenig Hirn hat, so sollte man es wenigstens vor Austrocknen schützen, oder?) , aber irgendwie ging auch dieser Schultag zwar nicht ganz spurlos vorüber. Nachdem ich am Schwarzen Brett die Beförderungen nach AHfuchzehn gelesen hatte, war meine Laune noch viel mehr im Keller, da mir wieder einmal schmerzhaft bewusst wurde, dass ich nie in diese Gehaltsklasse aufsteigen würde, da ich zu wenig rumgschafftle, zu wenig Ehrenämter habe, zu wenig öffentlichwirksame Prokjekte mache, dafür aber zu viel korrigiere und viel zu viel qualitativen Unterricht abliefere…obwohl, wenn man sich die Mitglieder dieses Zirkels anschaut, dann kann man eigentlich froh sein, dass man dem Kreis gar nicht angehört…
Meine Laune wurde auch nicht besser, als ich mich auf den Heimweg machte, da mich ein widerlicher Zahnarzttermin erwartete…ich war bislang zahnarzttechnisch wirklich verwöhnt worden, da mir nie etwas gefehlt hatte und so kam ich heute, als Kind er 70er-Jahre, das ohne jegliche kieferorthopädische Zurichtung groß geworden ist, in den zweifelhaften Genuss eines Abdrucks- bäh, sag ich da nur! Und sechs Minuten können fei schon sehr lang sein….
Das Highlight des Tages war eigentlich, dass ich mich dann nach dem Zahnarzt dazu aufraffen konnte, endlich die zwei randvoll gefüllten Körbe Bügelwäsche zu verarzten…und ich habe endlich wieder etwas zum Anziehen…
Ich sollte mir heute vielleicht noch einen Schokopudding oder ein Glas Prosecco gönnen, ehe ich meinen Liebsten anrufe, denn heute nachmittag war ich ein wenig mundfaul und kretzig zu ihm, da ich einfach nur genervt war und das hat dieser Traummann nun wirklich nicht verdient!
Und dann geht es ab in die Heia, morgen ist ja auch wieder ein Tag, randvoll mit Unterricht, Fortbildung und einer kulturellen Abendveranstaltung.
White-Trash-Donna

Da sich meine geplante Versetzung schwieriger als erwartet gestaltet, was mich natürlich tierisch nervt, sah ich mich gestern in meiner Pein gezwungen, meine ehemalige Seminarlehrerin anzurufen, um sie zu fragen, ob es in ihrem aktuellen Seminar vielleicht einige Verrückte gäbe, die bereit wären, sich an das SG versetzen zu lassen. Leider konnte sie mir diesbezüglich keine allzu großen Hoffnungen machen, aber wir unterhielten uns dann noch ein bisschen über das traurige Dasein als Lehrer, wobei sie mich in meiner unerbittlich harten Linie und in meiner Maxime, die GSO als oberste Richtschnur meines Handels (ein schulischer kategorischer Imperativ gewissermaßen) zu betrachten, bestärkte. Ach, könnte die gute Frau doch nur mal eine Woche am SG hospitieren, wobei ich für ihre nervliche Gesundheit da lieber keine Garantie übernehmen möchte, sähe sich die Liebe doch mit zu großen pädagogisch-schulrechtlichen Abgründen konfrontiert. Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Hausarbeit, hierbei insbesondere Bügeln, und da erzählte sie mir, dass sie sich alle Blusen immer gleich doppelt oder zumindest sehr ähnlich kaufe. Ich verstand das zunächst nicht, bis sie mir erläuterte, dass man auf diese Weise sehr schnell und kommod eine Grundgarderobe zusammenstellen könne, die immer sechs Wochen, bis zu den nächsten Ferien ausreiche, ohne dass man unter der Schulzeit dann auch bügeln müsse. (dafür dann in den Ferien erst einmal Extreme-Ironing, oder?)
Eine durchaus praktikable Idee, dachte ich zunächst, bis ich es dann meinem Liebsten erzählte, der die Frau für komplett neurotisch erklärte und meinte, dass das ja kein Wunder sei, dass ich mittlerweile auch total schulmäßig neurotisch sei und das auch gar nicht mehr im Privaten so richtig abstellen könne. WIE BITTE? Da grinste er breit ins Telefon und erinnerte mich an eine Begebenheit am letzten Wochenende, als ich des morgens gegen 8 panisch wurde, weil er für längere Zeit sein Bett verlassen hatte, in dem ich eben auch lag. In der Tat war ich aufgewacht und hatte gewohnheitsmäßig auf seine Seite die Hand ausgestreckt, wo ich aber keinen Mann fand, sondern nur ein leeres Bett. Naja, wird wohl kurz für kleine Jungs sein, dachte ich mir und drehte mich um, doch als nach weiteren 15 Minuten immer noch kein Mann aufgetaucht war, wurde ich leicht unruhig und dachte mir für einen Moment, na toll, Elvira, das kennst du ja schon zur Genüge. Postkoitales Fluchtverhalten scheint ja wohl nichts neues bei männlichen Mittdreißigern zu sein, wie war das doch gleich mit dem Yeti??? Aber, Moment, das ist ja wohl seine Wohnung und Zigarettenholen wird er als Nichtraucher wohl auch nicht gegangen sein….Nach weiteren zähen 10 Minuten trat ein nach Pfefferminz duftender Mann an das Bett, hauchte mich an und meinte: Schatz, ich habe mir nur schnell mal die Nase geduscht und mich rasiert.
Das ist doch kein Grund für dich, durchzudrehen, nur weil ich mal ein paar Minüterl im Bad bin…..du kleine Neurotische.
Ich frage euch: bin ich wirklich neurotisch, wo ich weder meine Kleidung auf bügeltechnisch wohl überlegt kaufe noch am Samstag morgen um 7:30 meine Nase dusche??? Ok, wir sind alle ein bisschen Bluna, und irgendwie mag ich meinen Nasenduscher trotz aller Neurosen und Neuröslein doch sehr gerne. Ich möchte ja nicht wissen, wie er reagiert, wenn ich meine Baumwollhandschuhe zur Applikation meiner Handcreme über Nacht trage….sollte ich vielleicht mal ausprobieren…
die Couch ruft!
Donna

Es gibt derzeit nicht viel, das erwähnenswert wäre. Die letzte Woche war schulisch der pure Horror, nicht nur, weil die Schüler mal wieder alles andere als lernwillig und friedliebend waren, sondern auch, weil uns die Nachricht erreichte, dass eine Kollegin schwer erkrankt sei (Gute Besserung von dieser Stelle!) und wir sie in Ermangelung von mobilen Aushilfen wohl durch Mehrarbeit (jawoll) ersetzen müssten. Die betroffenen Kollegen( und auch ich) waren erst einmal schockiert über die Erkrankung der Kollegin und ich muss sagen, dass ich zunächst nicht klar denken konnte und wohl dem Chef auch irgendwelche Zusagen gemacht habe, die ich am nächsten Tag, als ich mir alles durch den Kopf hatte gehen lassen und auf die Machbarkeit geprüft hatte, widerrufen musste. Allerdings war das Gespräch taktisch von Seiten des Direktorats auch alles andere als glücklich verlaufen… heute war dann doch wieder eine mobile Reserve im Gespräch, und was morgen sein wird, keine Ahnung! Der Knüller der Woche war es jedenfalls dann noch, als mir der Chef mitteilte, dass er meine Versetzung unter den gegebenen Umständen nicht befürworten könnte. Supi, da habe ich eine Schule, die mich brauchen kann und er lässt mich nicht gehen, weil ich der Schule ja so gut täte (was aber reziprok leider nicht der Fall ist!)…boah, was war ich geladen am Freitag, ich fühlte mich wie ein Boxer, dem man einen Schlag nach dem anderen in die Magengrube versetzt…
Schatten also beruflich, privat weiterhin Eitel Sonnenschein, ich hatte ein traumhaft romantisches Wochenende mit Spargelessen und Brunch, einem Rosenstrauß und einem unglaublich tollen Mann!!! Das Warten hat sich also doch gelohnt, die Butter ist jetzt auf dem Brot…und meine Mutter hat ihn beim gegenseitigen gestrigen Kennenlernen auch angestrahlt wie der Eiffelturm bei Nacht (wenn er zur vollen Stunde zur gigantischen Wunderkerze mutiert)….nur, dass meine Mutter zum Schluss meinte, das sei jetzt schön gewesen, dass sie (also er und meine Mutter) sich MAL wieder so gut unterhalten hätten, gab mir dann doch Anlass zum Grübeln, allerdings nur für eine kurze Sekunde.
Derart beschwingt werde ich jetzt dann 34 Commentaires in Angriff nehmen….
und mit dem neuen Rotstift meines Freundes geht das auch gleich vieeel besser!
Frühlingsgefühl-Donna

Wenn es derzeit nicht so hervorragend im Privatleben liefe, so wäre ich wohl ziemlich deprimiert, denn in der Schule läuft zur Zeit alles mal wieder sehr strombergesk ab. Ich ersticke in Korrekturbergen, wobei ich diese aber nur bedingt abarbeiten kann, da ich mal wieder viel vertreten muss, da am Strom.berg-Gym. im Moment wieder alles andere wichtiger als Unterricht ist, zumindest für manche Lehrer, genau, die Easy-Going-Gschafftler-Fraktion nämlich, die von einem offiziellen Posing-Termin zum nächsten eilen und nebenbei noch den Schnitt ihrer Leistungserhebungen frisieren, indem sie keine unbekannten Aufgaben stellen.
Hätte ich wohl auch machen sollen, dann müsste ich jetzt bei meiner grottigen Lateinschulaufgabe weder mit einem 5,0-Fehler-Schritt bei 65 Lateinischen Wörtern operieren noch die Tintenindustrie großzügig unterstützen, da mein Verbrauch an roten Großraumpatronen fast direkt proportional mit dem Euro neue Rekorde erreicht.
Vielleicht wäre ich dann auch eher bereit, meine gechillten bzw. chillwütigen Schüler zu motivieren. In den letzten Tagen musste ich zwei Mal den Unterricht abbrechen, da die Klassen toter Fisch spielten und freundlich lächelnd, in sich versunken und intensivst meditierend (fehlte bloß noch der Lotus-Sitz) den O2-Gehalt im Klassenzimmer schmälerten. Bitte, was macht man in so einem Fall, wenn man 34 Schülern gegenübersteht und zum Monologisieren gezwungen wird, da keiner, aber wirklich keiner geruht, auch nur ein Wörtchen von sich zu geben. Also setzte ich zur Gegenwehr an: ich tat nämlich genau dasselbe wie sie, meditierte grinsend und nach außen in mir ruhend (wobei ich innerlich kochte) vor der Tafel und schwieg sie an- was ihnen zu äußersten Wohlgefallen gereichte, denn ihre Reaktion war gleich null- Da explodierte ich, was äußerst selten vorkam, und brüllte sie nieder, um sie aus ihrer Lethargie zu reißen und gab ihnen als kleinen Denkanstoß mit auf den Weg, dass sie doch endlich auch entsprechende Leistungen zeigen sollten, wenn sie schon in der bildungstechnischen Champion´s League mitspielen wollten, ihre Leistungen derzeit aber eher einer Kreisklasse C entsprächen…
wenig später wurde mir aber bewusst, dass man ja, wenn die Mannschaft keine entsprechende Leistung zeigt, den Trainer entlässt….naja, um meine Entlassung habe ich ja eigentlich schon gebeten, ich hoffe nur, dass der neue Verein mich auch einstellt, denn besser ist er allemal als mein derzeitiger.
Muss den Rotstift schwingen…
Trainerwechsel-Donna

Da ist man zum zweiten Mal in seinem 32-Jährigen Leben im Stadion und bekommt fünf Tore zu sehen; irgendwie muss das wohl an mir liegen, denn als ich vor sechs Jahren mit einem Ex-Freund im Olympia-Stadion war (mein erstes Mal), bekam ich auch gleich vier Tore, davon aber zwei Gegentore für den FCB, zu sehen, was meinen damaligen Freund etwas verstimmte, nicht nur, weil sein Verein nur unentschieden gespielt hatte, sondern dass auch seine sich damals für Fußball nicht wirklich interessierende Freundin sich nicht die Bohne für das Spiel interessierte, sondern nur aus Liebe ihn begleitet hatte.
Tempora mutantur- mit der WM erwachte eine zarte Fußballphilie und wenn dann der Freund auch noch unglaublich gute Plätze für ein eigentlich ausverkauftes Bayern-Heimspiel auftreibt, dann freut sich auch die Donna (nicht nur weil sie dann von den grottigen Übersetzungen temporär fliehen kann; es ginge zu weit, die deplorable Leistung des BVB mit dem Kenntnisstand so mancher meiner Lateinklassen zu vergleichen, denn das wäre für einen Teil nicht besonders schmeichelhaft)…
wie dem auch sei, es war ein unglaubliches Erlebnis, das Wetter hat gepasst, die Stimmung war super, die Tore brilliant (auch wenn das erste doch etwas überraschend kam) und ich muss sagen, ich freu mich jetzt schon auf schöne Public-Viewing-Abende bei der EM (und hoffentlich auch noch mit diesem tollen Mann an meiner Seite- aber was sollte ich eigentlich daran zweifeln???!!!)…
Der Ball ist rund!
Fußball-Fanin-Donna

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